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"frieden ist tat(sache)"

 

CrossOver Multimedia Gottesdienste VIII, IX, X und XI

 

Am Samstag, den 05.01.2002 fand die Premiere des CrossOver Multimedia Gottesdienstes, in der St. Josef Kirche in Neuhaus, statt. Der in fünfmonatiger Arbeit konzipierte Gottesdienst, wurde nach der gelungenen Uraufführung, dann am 16.02.2002 in der Muffathalle in München gefeiert. Es war der Auftakt der bundesweiten Misereor-Fastenaktion 2002.

In gemeinsamer Trägerschaft, einerseits zum Abschluß der ?Aktionswoche gegen Gewalt?, andererseits als Festgottesdienst zum 30jährigen Jubiläum von Amnesty International in Miesbach, präsentieren diese beiden Organisationen nun den Cross-Over Multimedia Gottesdienst, am 26.04.2002 in der kath. Stadtpfarrkirche Maria Himmelfahrt in Miesbach. Zum vorerst letzten Mal wurde "frieden ist tat(sache)" am 22.12.2002 im "Wintermärchen"-Zelt der mehrtätigen Veranstaltung "Wintermärchen Tegernsee", dessen Veranstalter die Stadt Tegernsee, die Wirtegemeinschaft Tegernsee und der Gewerbeverband Tegernsee sind, gefeiert.

 

 

 

 

 

Vorangehende Pressemitteilung

 

Schliersee - Am Samstag, 05.01.2002 präsentiert das Cross-Over Team zum achten Mal seit 1996 ein jugendkulturelles Glaubensprojekt Cross-Over Multimedia Gottesdienst: Dieses Mal feiert ein völlig neu erarbeitetes Konzept seine Premiere. Beginn ist um 19 Uhr in der kath. Pfarrkirche St. Josef in Neuhaus bei Schliersee. Die Besucher erwartet ein rund zweistündiger Event - moderne Lichttechnik, Cheerleader, Feuerperformance, ?fetter? Sound durch mehrere Stilrichtungen (Rock, Pop, Hiphop, Techno), Live-Musik, Videoanimationen und Multimedia in Verbindung mit der Liturgie formulieren innovative, irre bewegende Ideen zu einer zukunftsgerichteten, wert- und glaubensorientierten Jugendarbeit. ?Frieden? ist der zentrale Begriff dieser Veranstaltung, die vom Cross-Over Team in viermonatiger Konzeptionsphase vorbereitet wurde. Cross-Over Multimedia Gottesdienste, bei dem rund 50 Jugendliche und Erwachsene mitwirken, sind ein Kernprojekt des Cross-Over Teams. Prof. Dr. Pater Valentin Hertle und Martin Cambensy, Leiter des Erzbischöflichen Jugendamtes und Pastoralreferent Christoph Mädler zelebrieren den Gottesdienst. Das Projekt wird gefördert von der Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee, der Bayerische Oberlandbahn sowie dem Autohaus Pusl und Schreibwaren Grinev in Schliersee. Am 16.02.2002 findet dieser Cross-Over Multimedia Gottesdienst ebenfalls bei einer bundesweiten Veranstaltung von Misereor in der Muffathalle in München statt.

 

 

 

 

 

Die Rahmengeschichte des Gottesdienstes

 

"In einer fernen Welt"

 

Ein Volk und sein Frieden

Eine Geschichte in 5 Teilen.

 

Eine Geschichte in fünf Teilen bildet das Gerüst und den Rahmen für die darstellende Handlung, die Geschichte des Planeten Friendensreich und seinem Volk, in einer fernen Welt.

 

VORSPANN:

 

In den fernen Weiten des Alls gab es ein Sonnensystem und zu den Planeten gehörte FRIEDENSREICH - ein Planet, der durch ein wunderbar leuchtendes Blau aus der Menge der anderen Himmelskörper herausstach. Er war von weißen Wolken durchzogen, die in der Sonne erstrahlten. Auf diesem so einladenden Planeten lebte ein einziges großes Volk in Bescheidenheit und seit undenklichen Zeiten im Frieden. Doch was man nicht auf den ersten Blick sah: Sie waren hoch entwickelt, hatten aber gelernt ?NEIN? zu sagen. Sie setzten ihre Fähigkeiten maßvoll und mit Bedacht ein, ohne dass Konkurrenzdenken und blinder Fortschrittsglauben ihre Blicke für die Belange aller Mitbewohner ihrer schönen Welt, ja auch für ihre eigenen Wünsche und Bedürfnisse vernebelte. Ja es soll unter ihnen sogar welche gegeben haben, die sich über den Anblick einer Blumenwiese freuen konnte! Eine Peacefunundeierkuchenstimmung kam aber nicht auf, sie wussten alle, dass sie mehr konnten, als sie sich erlaubten. Und für Diskussionen darüber nahmen sie sich viel Zeit. Immer wieder erarbeiteten sie neu ihre Grundsätze und Ideale. Und es herrschte Frieden.

 

 

GESCHICHTE TEIL II:

 

In einer friedlichen Zeit leben zu können und frei zu sein, das war einfach obercool. Und immer wieder kam es vor, dass Bewohner sich wunderten, warum ihre Freiheit nicht grenzenlos sein konnte. Es war jetzt schon gut und konnte doch durch noch mehr Freiheit nur noch viel besser werden! In langen Diskussionen forderten sie grenzenlose Freiheit und es wurden immer mehr, die dies taten. Da taten sie, was in solchen Fällen üblich war: Sie gründeten eine Vereinigung und nannten sich ?Die Grenzenlosen?. Bald darauf zogen sie mit Ihresgleichen in eigene Gebiete. Endlich frei! Sie erschufen sich neue Fabriken und Forschungseinrichtungen, um ihrem Freiheitsdrang auf allen Gebieten freien Lauf zu lassen. Und sie übersahen immer mehr, was um sie herum vorging und es entstand etwas, das man auch schon von anderen Planeten kannte und dort ?Ellenbogengesellschaft? genannt wurde. Ja so mancher Konkurrenzkampf unter ihnen entwickelte sich zum handfesten Streit, manchmal sogar zu offenen Feindschaften. In solchen Momenten waren sie neidisch auf den Frieden und die Zufriedenheit ihrer damaligen Familien und Freunde, die von ihnen verlassen wurden. Und wie in solchen Fällen oft üblich, schlug der Neid in Hass um. Es war ihnen egal, dass ihr Fortschrittsstreben zunehmend nicht nur die eigenen, sondern die Lebensgrundlagen aller auf dem gesamten Planeten bedrohte. Sie selbst versuchten sich vor den Folgen der Veränderung ihrer Umwelt durch Medikamente zu schützen. Mehr und mehr verringerte sich die Lebensqualität, doch sie wollten es nicht wahrhaben. Nur manchmal, wenn sie unbeabsichtigt zur Ruhe kamen, fühlten sie eine komische Leere in sich und bekamen es mit der Angst zu tun. Doch dagegen halfen Drogen.

 

 

GESCHICHTE TEIL III:

 

Einem der Grenzenlosen ging es besonders schlecht. Es dauerte eine lange, für ihn fast unerträgliche Zeit; aber dann geschah es: Er nahm allen Mut zusammen und tat es: Er sprach mit einem andern über seine Leere, seien Angst, seine Sehnsucht. Und er war zunächst überrascht, denn sein Gegenüber verstand ihn, konnte sein Befinden nachvollziehen, da es ihm ähnlich ging. Und seit langem spürte er etwas Freude. Die beiden bemerkten, was ihnen seit ihrer Absonderung gefehlt hatte: Zuneigung, Vertrauen oder, um es mit diesem einen, von ihnen wegen des hohen Schmalzgehaltes nie gebrauchten Wortes auszudrücken: Liebe. Dieses Erlebnis konnten und wollten sie nicht für sich behalten, denn es kam ihnen vor, wie wenn sie ein Licht am Ende eines Tunnels gesehen hatten. Und sie erinnerten sich ein Glaubensbuch, das ihnen von einem entfernten Planeten überliefert war, in dem zu lesen war:

Das Volk, das im Dunkel lebt, sieht ein helles Licht; über denen, die im Land der Finsternis wohnen, strahlt ein Licht auf. Du erregst lauten Jubel und schenkst große Freude. Man freut sich in deiner Nähe, wie man sich freut bei der Ernte, wie man jubelt, wenn Beute verteilt wird. Denn wie am Tag von Midian zerbrichst du das drückende Joch, das Tragholz auf unserer Schulter und den Stock des Treibers. Jeder Stiefel, der dröhnend daherstampft, jeder Mantel, der mit Blut befleckt ist, wird verbrannt, wird ein Fraß des Feuers (Jes 9, 1-4)

 

 

GESCHICHTE TEIL IV:

 

Und sie gingen auf andere Grenzenlose zu und erzählten ihnen von ihrem Erlebnis und ihrem neuen Glück. Bei vielen fanden sie offene Ohren, aber bei mindestens ebenso vielen stießen sie auf Ablehnung. Diese sahen sie als Gefahr für den Fortschritt und die Freiheit. Auf Dauer aber entschied das Leben; der neuen Lebensfreude derer, die sich auf die wiederentdeckte weitere Dimension ihres Daseins einließen, war nichts entgegenzusetzen. Es war schwer, diese Vorgänge mit ihrer so innig geliebten Wissenschaft zu erklären, denn letztlich blieb dieser Wandel irgendwie wundersam und damit aufregend und fesselnd - einfach unberechenbar! Wie immer, wenn Liebe ins Spiel kommt. Und sie empfanden ihre Sonne seit langem wieder als Lebensspender. Sie taten sich zusammen und schlossen einen Bund der Liebe.

 

 

GESCHICHTE TEIL V:

 

Bald hatten die gewandelten Grenzenlosen das Bedürfnis, wieder Kontakt aufzunehmen mit dem Teil der Bevölkerung, von dem sie sich damals abwandten. Viele wollten Frieden schließen und dem Namen ihres Planten FRIEDENSREICH wieder gerecht werden. Aber dies war so einfach nicht. Zu vieles hatte sich ereignet, als dass man das Rad hätte einfach zurückdrehen können. Beide Gruppen hatten ein andere Entwicklung durchlebt. Es war notwendig, sich wieder neu kennen zu lernen. So suchten viele wieder ihre Familien und Freunde auf, um mit ihnen neue Bande zu knöpfen, sich wieder aneinander zu gewöhnen und zu versöhnen. Es war eine Herausforderung für jeden einzelnen und beileibe nicht jeder nahm diese Herausforderung an! Doch für die, die es wagten, begann ein neuer und spannender Lebensabschnitt. Und unter ihnen entstand Hoffnung - stark, unerschütterlich, eine Hoffnung, dass immer mehr Bewohner ihres Planeten sich der Herausforderung des Friedens und der Versöhnung stellen würden und in ihrem Leben in die Tat umsetzen.

 

 

Verfasst und Copyright:

Markus Gamperling, Leitungsteam Cross-Over Team (C) 2002

 

 

Fotogalerie CrossOver Gottesdienst IX in der Muffathalle München

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